Ist doch nicht so schlimm…!

Ist doch nicht so schlimm…!

Ihr kennt das, euer Kind fällt hin und fängt an zu weinen. „Ist doch nicht so schlimm, denken wir und sagen es auch.“
Doch wann sind wir das letzte Mal hingefallen und haben uns weh getan? Genau, die wenigsten Erwachsenen fallen hin und aus diesem Grund können wir gar nicht wissen, ob etwas schlimm ist oder nicht. Wenn du aber in deinem Erwachsenenleben wie ich schon einmal hingefallen bist, dann weißt du, dass dies ein ganz schöner Schock sein kann. Und das Letzte, was man da gebrauchen kann ist Jemand, der einem sagt, dass doch alles nicht so schlimm ist.

Es ist wahr, dass sich Kinder abgestimmt auf die Reaktion der Eltern verhalten. Sind Eltern eher ängstlich und machen sich Sorgen, dass sich ein Kind bei jedem Sturz ernsthaft verletzt haben könnte, wird das Kind voraussichtlich mehr weinen. Und sind Eltern eher genervt oder zeigen wenig Verständnis, wird das Kind seinen Schmerz unterdrücken, aufstehen und weitergehen. Kommentieren die Eltern den Sturz mit „Du hättest halt besser aufpassen sollen!“, wird das Kind sich beim nächsten Mal mehr bemühen und ein Stück seiner Lebendigkeit verlieren. Alle Beispiele zeigen, wie sehr Kinder mit ihren Eltern kooperieren. Doch sie zeigen nicht, wie es dem Kind in dieser Situation wirklich geht.

Doch was tun?

Menschen wollen gesehen werden. Anerkennung und Wertschätzung lässt Menschen wachsen und Vertrauen in sich aufbauen. Wenn du dich als Erwachsener verletzt, was brauchst du dann am Meisten? Genau, Jemand der sich um dich kümmert, jedoch ruhig bleibt. Jemand der sich für dich interessiert und dir das Gefühl vermittelt, dass alles wieder gut wird. Jemand der dich tröstet und in den Arm nimmt.

Dies gilt auch für Kinder. Und sogar noch mehr, denn wie wir mit ihren Verletzungen und Kummer umgehen, prägt ihr ganzes Leben und die Art und Weise, wie sie später mit sich umgehen werden. Wenn wir mitfühlend sind, werde sie später mitfühlend zu sich selbst und auch zu anderen sein.

Also, wenn dein Kind das nächste Mal hinfällt, kannst du dich entscheiden es für nicht schlimm abzutun oder dich mit den Worten: „Hast du dir wehgetan?“ für dein Kind zu interessieren. Es in den Arm nehmen und da zu sein, bis es nicht mehr schlimm ist.
Und nicht seinem Schmerz noch weiteren Schmerz hinzufügen und sagen: „Hättest du besser aufgepasst, dann wärst du nicht hingefallen!“
Was fühlt sich besser an?